Projekt: Evidentialitätsmarker im Deutschen

Das Projekt beschäftigt sich mit der diachronen Entstehung und Etablierung einer neuen grammatischen Kategorie im Deutschen – der Kategorie „Evidentialität“, die in der germanistischen Forschung und in der Grammatikschreibung weithin vernachlässigt wurde. Es wird argumentiert und gezeigt, dass die Markierung von Evidentialität im Deutschen durch grammatische Formen erfolgt, die ein eigenständiges, klar abgrenzbares Paradigma bilden. Es handelt sich um verbale Infinitivkonstruktionen mit den Verben werden, scheinen, drohen und versprechen als evidentielle Elemente (Sie scheint frühzeitig abgereist zu sein). Es wird die Entstehungsgeschichte dieser Kategorie und ihrer einzelnen Mitglieder von ihren Anfängen bis in die heutige Zeit rekonstruiert, wobei empirische Korpusanalysen aus verschiedenen Epochen des Deutschen die Datengrundlage bilden. 

Das Projekt wurde von 2006 bis 2009 von der Fritz Thyssen Stiftung gefördert.

Im Kontext des Projekts wurden folgende Tagungen bzw. Workshops organisiert:

Modalität und Evidentialität

Tagungshomepage: www.modality-and-evidentiality.de/

The linguistic realization of evidentiality in European Languages

Workshop auf der 30. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft, Bamberg, 27.-29.2.2008

The encoding of evidentiality in European written and spoken discourse

Workshop auf der 39. Jahrestagung der Societas Linguistica Europaea (Bert Cornillie & Tanja Mortelmans), Bremen, 30. August – 2. September 2006